Haltung von Bartagamen

Terrarium

Der Gesetzgeber schreibt bei Bartagamen eine Mindestgröße des Terrariums von 5XKRL Länge, 4X KRL Breite und 3X KRL Höhe (KRL = Kopf-Rumpf Länge) für ein Pärchen vor. Da die KRL im allgemeinen ca. 20cm beträgt, würde das ein Terrarium von 100cm lang x 80cm tief x 60cm hoch bedeuten. Meiner Meinung nach viel zu klein. Hier sollte man sich eher an dem österreichischem Gesetz orientieren, welches ein Terrarienmindestgröße von 150cm lang x 80cm tief x 80cm hoch für ein Paar vorschreibt.

Allgemein gesagt gilt: Je größer desto besser, und zu groß gibt es nicht.



 

Unser Terrarium

Einrichtung, Beleuchtung, Temperatur

Da Bartagamen Halbwüsten, Savannen und Steppen bewohnen, sollte man sich bei der Einrichtung des Terrariums auch an den natürlichen Lebensräumen orientieren, letztendlich ist es aber eine Frage des persönlichen Geschmacks, solange die Bedürfnisse der Tiere beachtet werden.
Als Untergrund empfiehlt sich ein grabfähiges Substrat, ob man dabei auf speziellen Terrariensand, oder so wie wir auf ein Spielsand– Lehm Gemisch zurückgreift ist eine Frage des Geldbeutels. Optisch kann man keinen Unterschied erkennen. Das Substrat sollte wenigsten an einigen Stellen eine Höhe von 20cm-30cm haben, da die Tiere gerne Höhlen graben.
Bei den Pflanzen scheiden sich die Geister. Wir geben echten Pflanzen den Vorzug, auch wenn wir sie öfter ersetzen müssen, es sieht für uns einfach besser aus. Die Aloe in unserem Terrarium wird nicht gefressen, eingebrachte Agaven werden regelmäßig bis auf die Wurzeln abgefressen.
An Dekorationsgegenständen kann so ziemlich alles verwendet werden was die Natur hergibt. Wir haben aus dem Gartenmarkt Steine geholt, diese auf dem Boden des Terrariums mit Aquariensilikon fixiert und somit einen Sonnenplatz und eine Höhle geschaffen. Ein geschälter Eichenstamm rundet das Gesamtbild ab. Die Rückwand und die Seitenwände wurden aus Styropor und Fliesenkleber modelliert (darauf wird unter dem Punkt Terrarienbau näher eingegangen). Eine Wasserschale mit täglich frischem Wasser, sowie ein Futternapf für Grünfutter und die Einrichtung des Terrariums ist fertig.

Nun zur Beleuchtung. Da Bartagamen wahre Sonnenanbeter sind muss bei der Auswahl der richtigen Beleuchtung einiges beachtet werden. Als Faustregel gilt: 20000 Lumen für 1m⊃3; Terrarium. Wie man diese erreicht liegt an jedem selbst, zu empfehlen sind aber HQI Strahler, T5, T8 oder Dulux Leuchten für die Grundhelligkeit, sowie HQL oder PAR Strahler für die Sonnenplätze.
Nicht zu vergessen ist die Versorgung mit UV Strahlung. Hierfür gibt es verschieden Möglichkeiten, die populärsten beiden sind der Einsatz von Ganztagesstrahlern, wie der Powersun oder der T-Rex Active UV Heat oder die Osram Ultra Vitalux, mehrmals pro Woche für 20 bis 30min zum Einsatz kommen sollte. Inzwischen gibt es eine weitere, tolle Möglichkeit unseren Lieblingen Helligkeit, Wärme und UV-Strahlung zur Verfügung zu stellen : und zwar die Lucky Reptile Bright Sun UV Desert. Diese Lampe gibt es in 50W und in 70W. Wir haben uns für die 70W Version beschrieben, in Ermangelung von Langzeitstudien bestrahlen wir aber weiterhin wöchentlich mit der Osram Ultra Vitalux. Hat man die Möglichkeit, einen geringen Abstand zu UV– Röhren herzustellen, eignen sich auch diese, brauchbare UV– Strahlung geben sie meistens nur bis max. 40cm ab. Ausserdem sollten sie alle halbe Jahre getauscht werden, welches bei nicht gerade günstigen Anschaffungspreisen ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist.
Im Terrarium sollte ein Temperaturgefälle von bis zu 50°C an den Sonnenplätzen, bis zu 26°C an den kühleren Stellen herrschen, so das die Tiere ihre bevorzugte Temperatur selbst wählen können. Die Luftfeuchtugkeit ist zu vernachlässigen, sollte jedoch nicht über 60% steigen (jedenfalls nicht langfristig).


Ernährung der Bartagamen

Wie schon in der Einleitung geschrieben sind Bartagamen omnivor, also Allesfresser. Trotzdem gibt es bei der Ernährung unserer Schützlinge einiges zu beachten. Während in der Jugendphase, während die Kleinen sehr stark wachsen, jeden Tag Lebendfutter gereicht werden kann, sollte der Anteil von Lebendfutter mit zunehmendem Alter immer geringer werden, um Verfettungen und Organschäden zu vermeiden.
Stattdessen sollte man ausgewogenes und abwechslungsreiches Grünfutter anbieten. Adulte Bartagamen können (sollten) auch einen Fastentag pro Woche haben. Das Futter bestäuben wir regelmäßig mit einem Vitamin/ Kalziumpräparat (Korvimin ZVT Reptil, Nekton MSA) beides kann auf Börsen, im Internet oder beim Tierarzt bezogen werden. Während der Wachstumsphase (natürlich auch später noch) ist auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium zu achten, um Knochenschäden und Missbildungen vorzubeugen. Wir bieten zum Beispiel ständig geraspelten Sepiaschulp an, den die Tiere nach eigenem Ermessen aufnehmen können.
Was kann man nun genau füttern: also an Lebendfutter natürlich die Klassiker: Heuschrecken, Grillen, Schaben, Zophobas, Schnecken…. Während der Tragezeit geben wir unserem Weibchen auch mal eine nackte Maus. Ob sich die eigene Zucht von Futtertieren lohnt, muss jeder für sich entscheiden, wir zum Beispiel ziehen gelegentlich Grillen nach, Schaben hat die Claudi verboten:-) diese sind jedoch mit wenig Aufwand zu züchten. Während der Sommermonate keschern wir einiges an Futter auf den umliegenden Wiesen– ein ausgewogenes, super Futter. Als Grünfutter bieten wir folgendes an: Löwenzahn (Blätter, Blüten, Stängel), Zucchini, Mohrrübe, Apfel, Kresse, Keimweizen, Vogelmiere, Petersilie, Huflattich, Wegerich… auf das Verfüttern von Kohl, Zwiebeln usw. sollte verzichtet werden.